Österreichtreffen der Diakone: Erfüllte Tage in Wiener Neustadt

 

18 Diakone aus unserer Diözese, 12 von ihnen mit ihren Ehefrauen, waren der Einladung der Militärdiözese zum gesamtösterreichischen Diakontreffen in Wiener Neustadt von 11. bis 13. Oktober gefolgt: Es waren 3 Tage mit einem sehr intensiven Programm, mit bester Versorgung, vielen Impulsen und Möglichkeiten zum Austausch, die von den rund 170 TeilnehmerInnen auch ausgiebig genutzt wurden. Hervorragend organisiert wurde das Treffen von Militärdiakon Karl Kastenhofer, der ja auch aus der Diözese St. Pölten stammt, und seinem kleinen Team. Es fand in den Räumlichkeiten der Theresianischen Militärakademie statt, und wir Diakone bekamen dadurch bzw. durch einige Programmpunkte auch ein wenig Einblick in militärische Belange.


Der Freitagabend – bis 17.30 Uhr war die Anreise vorgesehen – begann mit der Begrüßung und einem Impulsreferat von Militärbischof Dr. Werner Freistetter zum Thema „Frieden“ in der Georgskathedrale, die über dem Eingang der Militärakademie errichtet ist. Nach einem Kirchenkonzert der Militärmusik Burgenland war noch bis zum „Zapfenstreich“ um 22 Uhr Gelegenheit zu Gesprächen in kleiner Runde.


Der Samstagvormittag war 3 hochkarätigen Vorträgen gewidmet. Während die Diakone von Mag. Martin Sindelar aus der ED Wien erfuhren, wie sich die Begräbniskultur in der letzten Zeit verändert hat und welcher Umgang damit zeitgemäß und vor allem wertschätzend den Verstorbenen und ihren Angehörigen gegenüber ist, wählten die Ehefrauen – Maria Höllwerth aus der Diözese Linz hat ihr Amt zurückgelegt – ihre Österreich-Vertreterin: Neue Sprecherin ist Rosa Schöberl aus der ED Wien, ihre Stellvertreterin Elisabeth Fellner aus der Diözese Gurk-Klagenfurt.

 
Unter dem Titel „Putin, Trump und wir – eine geopolitische Bestandsaufnahme“ entwarf Brigadier Dr. Walter Feichtinger von der Landesverteidigungsakademie äußerst kompetent ein sehr umfassendes Bild von der gegenwärtigen Weltlage – nichts beschönigend, aber auch nicht grundsätzlich pessimistisch.
Generalmajor Mag. Rudolf Striedinger, der Leiter des Abwehramtes, referierte darüber, wie das Bundesheer auf gewisse gesellschaftliche Strömungen und Entwicklungen reagiert und wie Informationen über Personen eingeholt und verwendet werden – eine eher kontroversielle Angelegenheit auch aus Sicht mancher Zuhörer.

 
An den Referatsbischof Dr. Anton Leichtfried übergaben wir ein „Wiener Neustädter Manifest“ mit über 130 Unterschriften zur Weiterleitung an die österreichische Bischofskonferenz und über diese an Papst Franziskus: mit einer Bestandsaufnahme anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums, aber auch u.a. mit einem Aufruf, die Zulassungsbedingungen zu den kirchlichen Ämtern zu prüfen und erste Schritte zur Veränderung zu setzen (Zölibat, Frauendiakonat).    

Der Nachmittag gehörte dann der NÖ. Landesausstellung, die wir in mehreren Gruppen besuchten: Im Neukloster, das von Zisterziensern aus Heiligenkreuz betreut wird, im Museum St. Peter an der Sperr und bei einem Stadtspaziergang waren wir auf den Spuren der Wiener Neustädter Vergangenheit – Schwerpunkte waren die Zeit der Kaiser Friedrich III. und Maximilian, aber auch der Horror des 2. Weltkriegs, als die Stadt ein einziger Trümmerhaufen war. Eine Führung durch die MilAk rundete die Informationen ab, und wir trafen uns wieder in der Kathedrale zur Präsentation des Buches „Im Dienst der Zuversicht – Das Amt des Diakons“, das Franz Ferstl, der langjährige und immens engagierte Vorsitzende der ARGE der Diakone Österreichs, zum 50-Jahr-Jubiläum des Ständigen Diakonats in Österreich, herausgegeben hat. Nach der feierlichen Vesper – Vorsteher Militärbischof Freistetter – ging es wieder in den Speisesaal zu einem Empfang des Militärbischofs mit einem großartigen Büffet, dem wir – leider – trotz Hunger und Appetit niemals Herr werden konnten.

Am Sonntagmorgen trafen wir uns im Park hinter der MilAk zu einem Gruppenfoto unter der Statue des Grafen Kinsky, bevor in der Kathedrale der Festakt „50 Jahre Diakonat“ begann. Nach einigen Grußbotschaften ausländischer Gäste im Diakonamt und Lebenszeugnissen von Diakonen der ersten Stunde gab Weihbischof Dr. Anton Leichtfried einen Impuls, in dem er als Grundlage für unser Handeln und Wirken als Diakone aufrief, dass wir in uns selber Frieden halten.

 

Abschlussgottesdienst

Nach einem festlichen Gottesdienst mit den beiden Bischöfen und je einem Diakon aus allen 10 Diözesen Österreichs übergab der sichtlich erleichterte Karl Kastenhofer das geschnitzte Diakonzeichen und die Kerzen, die die 3 erfüllten Tage begleitet hatten, an den Vertreter der Diözese Graz-Seckau, Franz Brottrager, der mit seinem Team die Organisation des nächsten Treffens übernehmen wird. Dieses wird von 22. bis 24. Oktober 2021 im Bildungshaus Schloss Seggau bei Leibnitz stattfinden. Wir freuen uns schon jetzt darauf – ist doch das Österreichtreffen immer eine wunderbare Gelegenheit zum Auftanken in bester Gemeinschaft. Für heuer gilt: Ein großer Dank und ein Kompliment an die Militärdiözese!


Hermann Helm